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Wenn die Kirche zum Restaurant wird
2.9.2026

Ein Restaurant in der Evangelischen Kirche Erndtebrück? Das sorgt auf den ersten Blick für Verwunderung. Doch das Erndtebrücker Pfarrteam mit Peter Liedtke und Jaime Jung kann gut gelaunt auf eine ganz besondere Feier verweisen: Die Jubelkonfirmation in Erndtebrück fand mit so vielen Gästen statt, dass die Evangelische Kirchengemeinde aus der Notwendigkeit eine Tugend machte.
Im Vorfeld rückten Presbyterinnen und Presbyter, Gemeindemitarbeitende, Pfarrer Peter Liedtke und Pfarrer Jaime Jung die Stühle passend zurecht, bauten Tische auf und schmückten diese festlich. „Als man vor rund 50 Jahren die Kirchbänke durch Stühle ersetzte, kam das nicht überall gut an. Aber wir wissen heute, dass es eine sehr gute Entscheidung war“, betont Pfarrer Jung mit Blick auf viele Veranstaltungen und Gottesdienstformate, die so erst in der Kirche möglich wurden.

Jaime Jung konnte zusammen mit dem engagierten Team der Kirchengemeinde zur Jubelkonfirmation nicht nur mit insgesamt über 100 Menschen Gottesdienst und Abendmahl feiern. Die Erndtebrücker erfuhren auch, wie positiv das ungewöhnliche Konzept angenommen wurde. Vier lange Reihen, 80 Jubelkonfirmanden und Jubelkonfirmandinnen und alles hübsch dekoriert: Das begeistert die Menschen.
Schon bei der Ankündigung in den sozialen Medien gab es durchweg positive Reaktionen. Die Jubilare bestätigten das. Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, in einer Kirche gemeinsam zu essen? Jaime Jung: „So war für das geistliche und das leibliche Wohl gesorgt, Geist und Leib gestärkt. Das ist echte Gemeinschaft in der Kirche.“
Nur gehört eine Küche nicht zum Standard einer reformiert-evangelischen Kirche. Doch dank des örtlichen Roten Kreuzes stand eine Gulaschkanone parat, sodass für deftiges Essen gesorgt war. Kaffee, Kuchen und kalte Getränke rundeten das Angebot im „Restaurant Kirche“ ab.
In der Ev. Kirchengemeinde über dem Edertal weiß man, dass so etwas nur geht, wenn man ein tolles Team hinter den Kulissen hat. Pfarrer Jaime Jung: „Aufbau, Abbau und viel Einsatz – auch das ist Gemeinde.“

Der Einsatz hat sich jedoch gelohnt. Bis in den Nachmittag blieben die Menschen in der Kirche zusammen. Viele der Jubelkonfirmanden hatten sich viele Jahre und Jahrzehnte nicht gesehen. Da gab es viel auszutauschen, zumal einige ehemalige Erndtebrücker Konfirmandinnen und Konfirmanden weit anreisen mussten. „Wir hatten Jubelkonfirmanden aus Mainz und Bayern. So etwas freut einen natürlich“, sagt Pfarrer Jaime Jung.
Der Seelsorger der Kirchengemeinden Erndtebrück und Birkelbach zieht eine positive Bilanz: „Wenn wir im Kirchraum gemeinsam Gottesdienst und Abendmahl feiern und anschließend am selben Ort miteinander essen und Gemeinschaft erleben, dann entsteht etwas, das sich wie Zuhause anfühlt – so wird Gemeinde lebendig.“ /cv

